Auch die Einrichtung der evangelischen Kirche übt
Kritik an „Kibiz“.
Lohmar - Dass es nun das
zweite Familienzentrum im Ort ist, das hat das
„Evangelische Zentrum Lohmar“ aus dem Internet
erfahren. Denn dort ist das evangelische Integrative
Montessori-Kinderhaus auf der Website des Landes
unter „Familienzentren“ aufgeführt. Das besondere an
diesem Modell: Es besteht aus drei
Kindertagesstätten, die im Verbundsystem zum
Familienzentrum avancieren.
Das sind neben dem Wahlscheider
Montessori-Kinderhaus, das zehn von 30 Plätzen für
behinderte Kinder vorhält, das Kinderhaus „Arche
Noah“ für 50 Kinder in Donrath und der Kindergarten
„Regenbogenhaus“ für 75 Kinder in Birk.
Zum „evangelischen Profil“, das die drei
Einrichtungen ihrer Familienarbeit geben wollen,
zählen sie unter anderem, die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf zu ermöglichen, bedarfsgerecht
auch „zu ungewöhnlichen Zeiten“ zu öffnen und die
unter Dreijährigen besonders zu fördern.
Die Menschen, ihr Freud und Leid, ihre Sorgen und
Nöte sollen im Mittelpunkt des Interesses stehen,
erklären die Leiterinnen der drei Einrichtungen.
Wobei die Familienfreundlichkeit nicht mit
Veranstaltungsangeboten dokumentiert werden solle,
die wie aus dem Katalog einer Volkshochschule
daherkämen. Kritische Töne wagen die Vertreter der
kirchlichen Einrichtungen auch gegenüber dem
geplanten Kinderbildungsgesetz (Kibiz) der
Landesregierung: Da bestehe die Gefahr, dass
Kindertagesstätten zu Verwahranstalten degradiert
und die Eltern auch noch dafür zur Kasse gebeten
würden. (il)