
Maria Hohn, Opfer der Nazi-Euthanasie in Hadamar. Verstorben am 2. März 1943. Angeblich an Entkräftung und Herzschwäche. Werner Reuter war im Zusammenhang mit der LVR-Ausstellung zu Medizinverbrechen in der NS-Zeit, die im vergangenen Jahr in unserer Ev. St. Bartholomäuskirche gezeigt wurde, auf sie aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Pfr. Thomas Weckbecker hatte er dann im letzten Jahr die Tötungsanstalt in Hadamar besucht. Beide konnten dort die Krankenakte von Maria Hohn einsehen und fanden u.a. auch Briefe von Familienangehörigen. Als Mahnung und um das Andenken lebendig zu machen bzw. zu halten, kam man schnell zu dem Entschluss eine Gedenktafel für Maria Hohn zu erstellen und diese neben unserer Kirche mit Blick Richtung „Neue Mühle“, dem Wohnort von Maria Hohn, aufzustellen.
Im Abendmahlsgottesdienst am 1. März – einem Tag vor dem Jahrestag des Todes – war es endlich soweit. Die Gedenktafel für Maria Hohn wurde eingeweiht und im Anschluss an den Gottesdienst vor der Kirche angebracht. Die Auswahl der Lieder und die Lesung unterstrich die Thematik, so heißt es in Galater 5, dass niemand über einen anderen bestimmen darf, dass wir ALLE gleich und Kinder Gottes sind.
„Das, was in der Nazi-Zeit passiert ist, darf nie wieder geschehen und das ist unsere gemeinsame Verantwortung!“ dies betonte neben Pfr. Weckbecker auch Bürgermeister Matthias Schmitz, der der Einladung zur Einweihung der Gedenktafel gerne gefolgt war. Er wies darüber hinaus auf die immense Bedeutung hin, Menschen wie Maria Hohn – als Teil lokaler Geschichte – aus der Anonymität zu holen.
Nach Anbringen der Gedenktafel im Anschluss an den Gottesdienst, berichtete Pfr. Weckbecker noch von der Idee, eine bisher „namenlose“ Straße in Wahlscheid nach Maria Hohn zu benennen. Zu diesem Zweck sammelte Werner Reuter Unterschriften – ein Antrag wird alsbald bei der Stadt eingereicht werden.
Zum Abschluss waren alle Anwesenden zum Austausch bei Kaffee und Kuchen eingeladen und konnten sich die auf einer Stellwand präsentierten Dokumente zu Maria Hohn ansehen.
Text und Bilder: Nicole Swerbinka

