„Einfach heiraten“ am 26.6.26

Die Liebe feiern
Der Valentinstag ist der Tag der Liebe. Deshalb startete die evangelische Kirche deutschlandweit am 14. Februar ihre Einladung zum Event „Einfach heiraten“, schaltet die Website einfachheiraten.info mit den Infos zu allen Events live. Zu den Locations gehört auch ein Ort hier in der Region: Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein lädt für den 26. Juni zur Aktion „Einfach heiraten“ rund um die Dorfkirche in Seelscheid ein. Liebende aus der Region sind herzlich eingeladen, den Tag vorzumerken oder sich schon anzumelden.

„Einfach heiraten“ – der Tag wird ein Festival für alle sein, die ihre Partnerschaft segnen lassen, die noch einmal oder neu „Ja“ zueinander sagen oder die eine kirchliche Heirat wünschen. Willkommen sind auch diejenigen, die das Jubiläum ihrer Ehe oder Partnerschaft mit einem Segen feiern möchten. „Einfach heiraten“ ist ein besonderer Tag mit persönlichen, individuellen kleinen Zeremonien vor schönster Kulisse. „Einfach heiraten“ – ein solches Event hat es hier in der Region definitiv noch nie gegeben. Die Aktion ist eine Premiere.

Mit Herz und Stil

Die Seelscheider Gemeindepfarrerin Selma Gieseke-Hübner lädt mit diesen Worten ein:

„Einfach heißt: Komm, wie du bist, wie du dich wohlfühlst. In Abendkleid oder Jeans, frisch gestylt oder mit Augenringen nach der Nachtschicht, nur zu zweit oder mit Gästen. Wir segnen euch kurz und knackig, ohne viel Brimborium aber mit Herz und Stil. Und frei von Erwartungen, die sonst an so einen Tag geknüpft werden.

Heiraten ist eine Möglichkeit an diesem Tag. Aber im Grunde gehts darum, dass verbindliche Lebensgemeinschaften und Partnerschaften gesegnet werden für den gemeinsamen weiteren Weg. Ihr feiert ein Ehejubiläum: kommt vorbei! Ihr startet neu in eine Partnerschaft: kommt vorbei! Eine Hochzeit ist aus welchem Grund auch immer für euch nicht drin, aber ihr wollt eure Zugehörigkeit bekräftigen: kommt vorbei! Eine Trauung sollte immer nochmal gefeiert werden, aber es kam immer was dazwischen: kommt vorbei.“

Unkompliziert, spontan, erschwinglich

Jens Römmer-Collmann, Pfarrer und als Assessor der Stellvertreter der Superintendentin:

„Einfach bedeutet für mich: unkompliziert, spontan. Einfach mal das machen, was lange schon sein sollte (… wozu es aber aus guten anderen Gründen nie kam). Damit leben, dass es nicht vermeintlich perfekt und unendlich lange vorgeplant sein muss. Auch erschwinglich. Keep it plain & simple. Reduktion auf das Wesentliche. Ganz leicht.

Heiraten heißt am 26.6. vor allem: Eure Partnerschaft unter Gottes Segen stellen! Für den Weg gestärkt werden. Vor Gott Ja zueinander sagen. Auf sein Wort hören und ein Gebet für das Zusammensein sprechen. Darum können alle miteinander verbundenen Menschen kommen: evangelisch, nicht evangelisch; heterosexuell, gleichgeschlechtlich; lange schon standesamtlich verheiratet. Gesegnet werden alle! Standesamtlich bereits verheiratete Paare können ihre Zeremonie als kirchliche Trauung eintragen lassen, wenn sie möchten. Also heißt Heiraten am 26.6. in Seelscheid: bunt, vielfältig wie das Leben die Liebe feiern und von Gott tragen lassen!“

Direkt für den 26.6. in Seelscheid per Mail anmelden: einfachheiraten.ekasur@ekir.de

Infos über den 26.6.26. in Seelscheid: https://www.ekasur.de/einfach-heiraten

Autorin: Anna Neumann

Gottesdienst gegen das Vergessen

Maria Hohn, Opfer der Nazi-Euthanasie in Hadamar. Verstorben am 2. März 1943. Angeblich an Entkräftung und Herzschwäche. Werner Reuter war im Zusammenhang mit der LVR-Ausstellung zu Medizinverbrechen in der NS-Zeit, die im vergangenen Jahr in unserer Ev. St. Bartholomäuskirche gezeigt wurde, auf sie aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Pfr. Thomas Weckbecker hatte er dann im letzten Jahr die Tötungsanstalt in Hadamar besucht. Beide konnten dort die Krankenakte von Maria Hohn einsehen und fanden u.a. auch Briefe von Familienangehörigen. Als Mahnung und um das Andenken lebendig zu machen bzw. zu halten, kam man schnell zu dem Entschluss eine Gedenktafel für Maria Hohn zu erstellen und diese neben unserer Kirche mit Blick Richtung „Neue Mühle“, dem Wohnort von Maria Hohn, aufzustellen.

Im Abendmahlsgottesdienst am 1. März – einem Tag vor dem Jahrestag des Todes – war es endlich soweit. Die Gedenktafel für Maria Hohn wurde eingeweiht und im Anschluss an den Gottesdienst vor der Kirche angebracht. Die Auswahl der Lieder und die Lesung unterstrich die Thematik, so heißt es in Galater 5, dass niemand über einen anderen bestimmen darf, dass wir ALLE gleich und Kinder Gottes sind.
„Das, was in der Nazi-Zeit passiert ist, darf nie wieder geschehen und das ist unsere gemeinsame Verantwortung!“ dies betonte neben Pfr. Weckbecker auch Bürgermeister Matthias Schmitz, der der Einladung zur Einweihung der Gedenktafel gerne gefolgt war. Er wies darüber hinaus auf die immense Bedeutung hin, Menschen wie Maria Hohn – als Teil lokaler Geschichte – aus der Anonymität zu holen.

Nach Anbringen der Gedenktafel im Anschluss an den Gottesdienst, berichtete Pfr. Weckbecker noch von der Idee, eine bisher „namenlose“ Straße in Wahlscheid nach Maria Hohn zu benennen. Zu diesem Zweck sammelte Werner Reuter Unterschriften – ein Antrag wird alsbald bei der Stadt eingereicht werden.

Zum Abschluss waren alle Anwesenden zum Austausch bei Kaffee und Kuchen eingeladen und konnten sich die auf einer Stellwand präsentierten Dokumente zu Maria Hohn ansehen.

Text und Bilder: Nicole Swerbinka

„AfD. Kultur? – Ich versteh nur Bahnhof!“ sprach die Demokratie

Am Freitag war es mal wieder so weit. Die AfD versammelte sich am Abend im Kulturbahnhof in Overath zum „populistischen Ascherfreitag“. Aber wir waren auch schon da. Ca. 250 bis 300 Menschen jeden Alters aus dem Rheinisch-Bergischen und dem Rhein-Sieg-Kreis waren dem Aufruf zur Demonstration gefolgt und zum Bahnhofsvorplatz gekommen – standen als bunte Gemeinschaft ein für Freiheit, Demokratie und Vielfalt gegen das monotone Grau im Innern. Die verschiedenen Wortbeiträge unterschiedlicher Parteien und Institutionen wechselten sich ab mit laut-starken Songs der Band „Flying Tornados“ und zeigten deutlich: in Overath und auch sonst nirgends ist Platz für rechtsextreme und Verschwörungs-Ideologien.
NIE WIEDER IST JETZT!

Text und Fotos: Nicole Swerbinka