
… das sagen wir aus gutem Grund schon heute. Vielen Dank an David Hubert, Brigitta Wingen und vor allem die Schüler*innen der Projektkurse „Gegen das Vergessen“, des Paul-Klee-Gymnasiums Overath. Sie alle haben es möglich gemacht, dass die Ausstellung „Die Hölle auf Erden – Das (Über-)leben in Ausschwitz“, die im Laufe des letzten Jahres als Ergebnis des Projektkurses entstanden ist auch bei uns hier in Wahlscheid präsentiert werden kann. In ihren Ausarbeitungen beschäftigen sich die Schüler*innen intensiv mit den Schicksalen von Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.
Auch die hohen Temperaturen des heutigen Tages konnten die Schüler*innen nach absolviertem Sporttag nicht davon abhalten, annähernd vollzählig in der Ev. St. Bartholomäuskirche zu erscheinen und die Ausstellung, die vor zwei Wochen schon für zwei Tage im Kulturbahnhof Overath präsentiert wurde, nochmals für uns aufzubauen.
Eröffnet wurde diese heute Nachmittag mit einer Andacht, gehalten von Pfr. Albi Roebke, der kurzfristig für den „Hausherrn“ Pfr. Thomas Weckbecker eingesprungen war. Eindringlich erklärte Roebke, dass wir alle, egal welcher Herkunft, welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts und welchen Glaubens auch immer, Brüder und Schwestern sind und dass das, was geschehen ist, nie wieder geschehen darf. Musikalisch begleitet wurde die Andacht von Xenia Ielnikova, die mit Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten“ und dem Abspann-Titel „Jerusalem of Gold“ aus dem Film „Schindlers Liste“ thematisch auf den Punkt am Flügel begleitete. Aber auch der digital eingespielte Titel „Mein Name ist Mensch“ der 70er Jahre Polit Rockband „Ton, Steine, Scherben“ passte hervorragend zur Thematik.
Nach einem kurzen Exkurs zu hebräischen bzw. jiddischen Begriffen, die wir hier und da, oft ihrer Herkunft unbewusst, im Alltag verwenden (Maloche, Ganove, Schlamassel Tohuwabohu uvm.), wünschten die knapp 30 Besucher einander dann noch herzlich „Hals- und Beinbruch“. Denn auch dieser Wunsch fusst auf dem Jiddischen. Hazlacha uwracha, was übersetzt „Glück und Segen“ bedeutet, klang auf Deutsch für Außenstehende wie „Hals- und Beinbruch“. Weil der Klang ähnlich war und der Wunsch positiv gemeint ist, etablierte sich diese Form im alltäglichen Sprachgebrauch. Dies am Rande.
Wer wissen möchte, was Schneewittchen und ein Galgen in ein und dieselbe Ausstellung bringt, kann die herausragenden Arbeiten der Schüler*innen, die sich auf sehr respektvolle und zugleich intensive und beachtliche Weise mit dem Holocaust beschäftigt haben, noch bis zum 5.7. ansehen. Gezeigt werden Gemälde, Collagen, Werkstücke, Fotos und Texte. Die Ev. St. Bartholomäuskirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wir sagen ganz klar „Prädikat wertvoll“ – gerade in diesen Zeiten und freuen uns darauf, Sie und euch in den nächsten zwei Wochen bei uns in Wahlscheid – Bartholomäusstr. 6 – begrüßen zu dürfen.
Text und Bilder: Nicole Swerbinka











